Silvester im Erzgebirge 2017: Aberglauben (3)

Auf dieser Seite beenden wir unsere Erzählung über die Mythen und Aberglauben, die mit dem Jahreswechsel im Erzgebirge einhergehen.

Wird in den Unternächten Porzellan zerschlagen, so soll der Verursacher in jenem Monat, welcher zu diesem Tag gehört, großes Unheil erleben. Meist geht es bei dieser Prophezeiungen um den eigenen Tod oder den Tod eines Angehörigen. ("Hohe Tage" bzw. "Unternächte", Erklärung siehe Seite 1)

Was man in den Unternächten träumt, wird in dem zur Nacht gehörigen Monat geschehen.

Das Wetter des kommenden Jahres wird anhand des Wetters der 12 Tage und Nächte vom 24.12. bis 6.1. vorhergesagt.

Bibelstechen: Das Bibelstechen ist eine Beschäftigung zum Silvesterabend. Man schnitzt einen Holzspan an einem Ende flach, so dass man ihn zwischen die Seiten einer geschlossenen Bibel schieben kann. Die zufällig ausgewählte Seite soll in ihrem Text einen Hinweis auf das persönliche Schicksal im kommenden Jahr geben.

Neunerlei, auch "Neinerlaa": Die Auswahl der erzgebirgischen Speisen am Silvesterabend muß aus mindestens 9 Zutaten bzw. Gängen bestehen, von denen jede eine Bedeutung hat.

Klöße, Fisch, Hirse und Linsen bringen Geld, Milch, Heidelbeeren, Erdbeeren oder Buttermilch sollen für Gesundheit in neuen Jahr sorgen. In manchen Regionen des Erzgebirges wird zu Weihnachten "Neunerlei" gegessen, in anderen zu Weihnachten und Silvester.

Im Erzgebirge wird zu Weihnachten, in manchen Gegenden auch zu Silvester, ein Gedeck mehr auf den Tisch gestellt, welches aber nicht mit Speisen gefüllt wird. Es ist entweder für Verstorbene, die Armen oder den heiligen Geist vorgesehen - auch wieder von Ort zu Ort und von Familie zu Familie verschieden.

In manchen Orten oder Familien bleibt das Essen die ganze Silvesternacht auf dem Tisch stehen. Gleichzeitig stellt man zu den Speisen noch Brot und Salz auf den Tisch. Die Gründe liegen im gleichen Aberglauben wie beim zusätzlichen Gedeck.
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